Schnelles Umschaltspiel im Sport und im Data Center

Digitale Services sind im Sport-Business entscheidend. Wenn das Data Center sie rasch und agil enabled. So wie beim FK Austria Wien, der dazu auf Teamplay mit ACP und Dell EMC setzt.

Digitale Customer Experience entscheiden heute im modernen Sport-Business ebenso über Erfolg im Wettbewerb wie die sportlichen Leistungen auf dem Spielfeld. Vom Online und Mobile Ticketing über die elektronischen Drehkreuze beim Stadionzutritt bis zum dynamischen Content auf den großen Screens oder dem Display auf dem eigenen Smartphone. Um mit alldem am Front End punkten zu können, braucht es jedoch eine moderne IT-Infrastruktur, die dieses hohe Tempo rasch und variabel genug mitgehen kann. Und das aus einer gesicherten Abwehr heraus.

Im modernsten Stadion Österreichs muss auch die IT-Infrastruktur state of the art sein

Dessen ist sich auch der Vorstand der Wiener Austria bewusst. Und deshalb war es auch das erklärte Ziel, dass nach einem zweijährigen Gastspiel im Ernst-Happel-Stadion bei der Heimkehr nach Wien Favoriten mit der Generali Arena nicht nur das modernste Stadion Österreich auf die Besucher warten sollte, sondern, dass dafür eine IT-Infrastruktur state oft the art eine wichtige Voraussetzung bildet.

Herzstück und Backbone, ist dabei das Rechenzentrum. Dort ist die Basis für alles, was sich am Frontend in Sachen Kundenerlebnis abspielt, aber noch für weit mehr, wie Christoph Bican weiß: „Die Anforderungen an das heutige Sport-Business treffen hier auf die Tradition eines Fußballklubs mit 110 Jahren Geschichte.“ Für den Leiter der IT und Medientechnik des FAK gilt es Flexibilität und Geschwindigkeit mit Stabilität, Verfügbarkeit und Sicherheit zu verbinden:

„Wenn der Ticketverkauf oder der Zutritt durch die Drehkreuze ausfallen, wäre das ein spektakuläres Eigentor.“

Und zwar eines, das man im Unterschied zu vielen anderen Branchen nicht diskret totschweigen könnte, sondern das vor langen Besucherschlangen und vor Fernsehkameras auch noch frei Haus geliefert würde. Der Imageschaden wäre komplett.

„Die Austria ist kein Startup, das unbefangen drauflos agieren kann“, bringt es auch Florian Wiesner auf den Punkt. Er ist Key Account Manager beim Managed-Service-Partner ACP, der den Rechenzentrumsbetrieb bereits seit mehreren Jahren unterstützt, und hat die Anforderungen des FAK mittlerweile hautnah kennengelernt. Und die sind aus seiner Sicht doch anders als bei vielen klassischen Unternehmen mit 7/24 Support. „Vor allem für Spieltage gilt: Kein Tag ist wie der andere. Als Partner lernt man sich darauf einzustellen und kann dann auch schon proaktiv vorausdenken, welche Lösungen für welche Aspekte hier künftig sinnvoll wären. Und man muss natürlich sehr rasch reagieren können.“

Im Rechenzentrum ist Beweglichkeit genauso gefragt wie auf dem Rasen

Für den FAK und Partner ACP war die Strategie für das Rechenzentrum von Beginn weg klar … und eigentlich gar nicht so viel anders als die auf dem Rasen: Sture Manndeckung oder nutzlose Ballbesitzstafetten sind out, im modernen Fußball ist schnelles Umschalten des ganzen Teams zwischen Defensive und Offensive gefragt:, Vor diesem Hintergrund evaluierte man zwar eingehend mögliche Cloud-Strategien, kam aber bald zu dem Schluss, dass man die Ressourcen und Rechen-Power auf jeden Fall in eigener Hand haben wollte, um Ausfallsicherheit tatsächlich zu gewährleisten und alle Business-kritischen Prozesse abzubilden. Gleichzeitig wollte man jedoch flexibel genug sein, um bei Bedarf auch passende Cloud-Dienste rasch einzubinden, so wie man es jetzt, zum Beispiel mit Office 365, bereits macht. Auch Bican zieht den Vergleich zum Fußball:

„So wie wir im Fußball gerade erleben, dass sich Taktik und Spielsystem ändern, kann auch im Rechenzentrum in ein paar Jahren einige Dinge überholt sein, die heute state of the art sind."

Bei der „Aufstellung“, ist man zu dem Schluss gekommen, dass die Hyper-Converged-Lösung von Dell EMC diese Taktik des schnellen Umschaltens am besten umsetzen kann. Auf dem Rasen sind Spieler durch ihr Talent, ihre Veranlagung, Robustheit oder Spielintelligenz für ein taktisches System prädestiniert, im Rechenzentrum ist es vor allem die Architektur, die es ausmacht. Und jene des Hyper-Converged-Konzepts wurde gezielt auf die Verbindung von Flexibilität und Stabilität ausgerichtet.

„Weil wir den Mix aus Anforderungen an beide Seiten überall sehen“, erklärt Gerald Ensbacher, für das Projekt verantwortlicher Account Executive bei Dell EMC.

„Heute lässt sich in etlichen Bereichen nicht exakt vorhersagen, welche Services das Business künftig braucht und in welchem Umfang.

Die Fachbereiche wissen nur: Es muss schnell gehen, so wie man es von Cloud-Lösungen kennt. Was dabei einfach vorausgesetzt wird, sind die Verfügbarkeit und Sicherheit. Die lassen sich jedoch für IT-Verantwortliche mit Insellösungen oder Services aus der Cloud nicht garantieren.“

Die Hyper-Converged-Lösung überbrückt diesen Spagat zwischen Schnelligkeit à la Cloud, allerdings aus dem eigenen Rechenzentrum, und der nötigen Stabilität mit zwei Hebeln. Zum einen durch ein durchgängiges und sehr einfaches und effizientes Management und Monitoring und zum anderen durch eine hochgradig modulare technologische Architektur, die es ermöglicht, Ressourcen für jeden Workload zusammenzustellen und für die jeweils anstehenden Aufgaben sehr rasch dorthin zu verschieben, wo sie gebraucht werden.

Flexibilität ist aber nicht nur bei der Technologie gefragt. sondern ebenso beim Betrieb. Denn das reizvolle am Fußball ist doch, dass immer wieder Überraschungen passieren. Um die nach Möglichkeit zu vermeiden oder um bei Bedarf zumindest schnell darauf reagieren zu können, kommt deshalb auch der Service-Partner an Spieltagen zum Einsatz. Im speziellen Spielbetrieb-Support checkt das Rechenzentrums-Team von ACP die Systeme nochmals auf Herzen und Nieren um proaktiv mögliche Probleme zu erkennen und wartet dann auf der virtuellen Ersatzbank um im Notfall eingreifen zu können.

Durch die langjährige Zusammenarbeit hatte man allerdings Zeit um sich auf diese Joker-Rolle optimal vorzubereiten, vor allem in den letzten beiden Jahren, in denen die Generali Arena gebaut wurde und die Austria ihre Heimspiele im Ernst-Happel-Stadion absolvierte. „Der Bürobetrieb des FAK ist gleichzeitig am Verteilerkreis gelaufen“, erinnert sich Florian Wiesner.

„Es galt stets parallel die Infrastruktur aufzubauen und auch diverse Backups immer zweigleisig zu fahren und redundante Lösungen sehr rasch von A nach B moven zu können.“

Das neue Stadion, die Generali Arena, ist nur der erste Step des größten Projekts in der Klubgeschichte, des STAR-Projekts. Das "STAR" steht dabei für vier Säulen, die das Projekt umfasst: Stadion, Trainingsplätze, Akademie und Regionales Nachwuchszentrum. Für den IT- und Medientechnik-Leiter bedeutet das eine Herausforderung auf Champions League-Niveau: in Form einer Vielzahl an Gewerken, Ansprechpartnern und Teilprojekten, die parallel verlaufen und bei denen allesamt Technik und IT involviert sind. Und das Ganze immer bei gleichzeitigem Spielbetrieb. Da wird nicht nur ein schlanker „Mannschaftskader“ des IT-Teams zur harten Nuss, sondern auch die richtige Taktik, die es für Christoph Bican zu finden galt: „Es gibt für solch ein Projekt keine Practices, an denen man sich orientieren kann. Dann muss man selbst abwägen und entscheiden: Was ist jetzt wirklich kritisch und für unsere Besucher ein wichtiger Mehrwert und was kann noch zwei Wochen warten, weil es im Stadion niemanden stört? Es braucht also auch hier eine Balance zwischen dem großen Ganzen, das stabil gehalten werden muss, und einigen Dingen, bei denen man flexibel sein muss. Wenn nicht alles nach Matchplan läuft, muss man auch da schnell umschalten können.“

Von Michael Dvorak; Fotos: Ines Thomsen