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Was ist eigentlich ... ein Genussrecht?

In der Reihe "Was ist eigentlich...?" erklären wir, was sich hinter den einzelnen Finanzierungsmodellen verbirgt.

 

Genussrechte sind ein Finanzierungsinstrument, das eine direkte finanzielle Beteiligung von Bürger*innen an einem Betrieben ermöglicht. Es gibt keine eindeutige, gesetzliche Definition für Genussrechte, daher können sie in der Praxis sehr unterschiedlich ausgestaltet werden. In der Regel enthalten sie jedoch eine Art der Gewinnbeteiligung und können auch zusätzlich Kontroll- und Informationsrechte gewähren. Mitsprache- oder Stimmrechte erhalten die Anleger*innen hingegen nicht. (Bahrs et al. 2004; Fox und Trost 2012; Lühn 2013)

 

In der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft finden sich bereits viele Beispiele für die Nutzung von Genussrechtsmodellen (siehe hier). Häufig wird dabei eine Gewinnbeteiligung in Form eines Naturalzinses angeboten, sodass Genussrechte neben der eigentlichen Finanzierungsfunktion auch als Instrument der Kundenbindung dienen können. (Meyer 2010)

 

Quellen und weitere Informationen:

  • Bahrs, Enno; Fuhrmann, Rüdiger; Muziol, Oliver (2004): Die künftige Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe. Finanzierungsformen und Anpassungsstrategien zur Optimierung der Finanzierung. In: Landwirtschaftliche Rentenbank (Hg.): Herausforderungen für die Agrarfinanzierung im Strukturwandel. - Ansätze für Landwirte, Banken, Berater und Politik, Bd. 19 (Schriftenreihe der Rentenbank, 19), S. 7–49. [Link]

  • Fox, Alexander; Trost, Ralf (2012): Finanzierungsalternativen für KMU. In: Gernot Brähler und Ralf Trost (Hg.): Besteuerung, Finanzierung und Unternehmensnachfolge in kleinen und mittleren Unternehmen. Ilmenau: Universitätsverlag Ilmenau, 213-244. [Link]

  • Lühn, Michael (2013): Genussrechte. Grundlagen, Einsatzmöglichkeiten, Bilanzierung und Besteuerung. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. [Link]

  • Meyer, Gernot (2010): Alternative Finanzierungsmodelle: Neue Wege für die wachsende Biobranche. In: Ökologie & Landbau 155 (3), S. 31–33. [pdf zum Download]